Projekt
Philologie der Alchemie
Das Projekt entwickelt eine neue Perspektive auf die Wissenschaftsgeschichte der Philologien am Beispiel der Geschichte der Alchemie sowie der historischen Alchemieforschung. Die Alchemie war ein heterogenes Wissensfeld mit langer Geschichte, das in unterschiedlichen sprachlichen und kulturellen Kontexten praktiziert, diskutiert und tradiert wurde und unterschiedliche Bedeutungen und Formen annahm: von handwerklich-experimentellen Rezepturen bis zu okkulten Ritualen. In einer kulturvergleichenden Langzeitanalyse wird an diesem Beispiel rekonstruiert, wie Wissen über Natur, Stoffe und handwerkliche Praxis philologisch generiert und textlich vermittelt wurde. Das Projekt ist überepochal angelegt und setzt auf Kooperationen im Cluster: Es verknüpft alchemistisch-philologische Praktiken der vormodernen Zeit – etwa aus Antike und Mittelalter – mit ihrer wissenschaftshistorischen Rezeption im 19. und 20. Jahrhundert (z. B. durch Julius Ruska) und bringt sie mit aktuellen methodischen Zugängen ins Gespräch wie digitale Analyseverfahren oder performative Methoden. Dabei werden „philologische Praktiken“ als multiperspektivische Form der Wissensproduktion verstanden, die historisch gewachsen und kulturell geprägt ist – und weit über Philologien i.e.S. wirksam wurden.
Bereich: Migration und Übersetzung von Texten
Fach: History of Science
PI: Prof. Dr. Kärin Nickelsen

